Auch wenn das Thema etwas schwerere Kost ist, ist es mir einfach wichtig, es anzusprechen. Es hat in meinem Leben für mich nämlich schon immer eine Rolle gespielt. Auch heute teilweise noch. Außerdem denke ich, dass auch einige von euch schon mit Selbstzweifeln zu kämpfen hatten und vielleicht können wir uns gegenseitig helfen, damit besser umzugehen.
Sich ab und an selbstkritisch zu hinterfragen, finde ich total okay. Ich würde sogar sagen, es ist wichtig, um sich weiter zu entwickeln und dazu zu lernen. Permanentes Zweifeln an den eigenen Fähigkeiten oder der Persönlichkeit hingegen können zu einer Belastung werden.
Wenn ich etwas tue, dann mache ich das mit Sinn und Verstand. Ich weiß, was mir liegt und was nicht, und dass ich im Job gut bin in dem, was ich tue. Das bekomme ich auch von anderen so gespiegelt. Ich würde mich als fleißig bezeichnen, mache immer mehr als nötig und alles immer pünktlich. Und trotzdem bin selten zu 100% zufrieden.
Es könnte doch sicher immer noch etwas besser, etwas mehr, etwas schneller, etwas perfekter sein. Oder etwa nicht? Reicht das, was ich da tue? Bin ich gut genug?

Mittlerweile habe ich weniger Selbstzweifel als früher, was einfach an den Erfahrungen liegt, die ich im Laufe des Lebens so gemacht habe. Ich bin selbstbewusster geworden und weiß, dass ich auf meine Fähigkeiten vertrauen kann. Natürlich habe ich Fehler gemacht, doch am Ende tat es nicht so weh wie befürchtet. Ich weiß aber auch, dass ich dazu neige, in bestimmten Situationen und Phasen an mir zu zweifeln, sobald etwas nicht ganz so läuft, wie ich es gerne hätte.
Jetzt gerade zum Beispiel, habe ich wieder so eine Phase. Die Arbeit als Ernährungs- und Gesundheitsberaterin führe ich nebenberuflich zu meinem Vollzeitjob im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aus. Das war auch immer der Plan und ich wusste, worauf ich mich einlasse. Und wenn ich mir anschaue, was ich in den letzten Monaten geschafft und ganz alleine aufgebaut habe, kann ich stolz auf mich sein. Trotzdem ist da wieder diese böse kleine Stimme im Kopf, die mich zweifeln lässt.
Das liegt daran, dass ich gerade nicht so viel schaffe, wie ich vielleicht gerne würde. Aber hey, ich bin doch in diesem Bereich mein eigener Boss. Ich muss mir doch gar keinen Druck machen, oder? Warum tue ich es also trotzdem?
Ganz ehrlich, ich kann es nicht wirklich beantworten. Ich habe mir schon immer selber sehr viel Druck gemacht und werde immer aktiv daran arbeiten werden müssen, um diese Zweifel zu überwinden oder sie gar nicht erst aufkommen zu lassen. Mittlerweile kenne ich mich dahingehend sehr gut und habe Lösungen für mich gefunden, wie ich damit umgehen kann. Ich muss mich selber manchmal einfach ins kalte Wasser schubsen, oder auch schubsen lassen. Mir ein Worst-Case-Szenario ausmahlen und feststellen, dass ein vermeintliches „Scheitern“ eigentlich gar nicht so wild sein kann. Ich muss mutig sein und einfach mal machen.
So war es auch, als ich überlegt habe, wann ich mit dieser Homepage live gehen und mich als Ernährungs- und Gesundheitsberaterin bekannt machen möchte. Ich habe ewig gebraucht, um diese Website hier online zu stellen. In meinen Augen, war die Seite einfach noch nicht perfekt. Ist sie auch heute noch nicht. Und das ist doch auch total okay. Das ist doch eigentlich das Schöne daran, wenn man Dinge neu angeht. Man kann so viel lernen, Neues entdecken, sich weiterentwickeln. Man darf auch mal danebengreifen. Und es dann beim nächsten Mal anders machen.

Wenn ihr also auch mal wieder an euch zweifelt, gebt euch selber einen kleinen Stups. Fasst euch ein Herz, seid mutig und schiebt die Zweifel mal kurz zur Seite. Macht euch nicht kleiner als ihr seid. Vertraut auf euch und eure Fähigkeiten. Wenn ihr etwas machen möchtet, traut euch und probiert es aus. Ihr werdet nie wissen, ob ihr es könnt, wenn ihr es nicht einfach mal macht. Und wenn es dann nicht so läuft, wie erwartet – macht doch nichts. Lernt daraus, macht es beim nächsten Mal anders und, vor allen Dingen, feiert euch auch mal für eure Erfolge. Auch wenn sie noch so klein sein mögen.
